30.06.2023
Ein Brunnenfest mit Abschied
100 Jahre St. Joseph Brunnen
ZEMMER. Vor 100 Jahren, am 27.06.1923 stießen die Barmherzigen Brüder Schönfelderhof nach langen und mühsamen Arbeiten erstmalig in 70 Metern Tiefe auf Wasser. Der Brunnen, welcher fortan St. Joseph Brunnen hieß, sorgte ab diesem Zeitpunkt für eine unabhängige Wasserversorgung. 100 Jahre später feierte der Schönfelderhof mit den Klient*innen und Mitarbeiter*inne das erste Brunnenfest.
Damals war man gezwungen, das benötigte Wasser aus Herforst zu holen. Doch Not macht erfinderisch: Man engagierte den Wünschelrutengänger Otto Edler von Graeve. Trotz folgender Bohrungen, Grabungen und auch dem Einsatz von Sprengladungen drohte alles zu scheitern. Da entschieden sich die Brüder für einen letzten Versuch: Bei einer Tiefe von 60 Metern versprachen die Ordensoberen in Trier und die Leitung des Hofes dem heiligen Joseph bei einem Erfolg, eine große Joseph-Statue in der Nähe des Brunnens zu platzieren, die dann auch seinen Namen tragen sollte. Die Freude war groß als man am 27. Juni 1923 endlich auf Wasser mit einer guten Qualität stieß und die Statue steht heute noch am selben Ort.
Auch 100 Jahre später ist die Freude bei allen Gästen groß, als man den geschichtsträchtigen Tag mit einem St. Joseph Brunnenfest feiert. Nach einem feierlichen Gottesdienst mit Generaloberer Bruder Benedikt und der musikalischen Begleitung des Chors des Gemeindepsychiatrischen Betreuungszentrum (GPBZ) Prüm wurden die Brüder Pankratius und Vitalis verabschiedet. Sie werden nach Trier ziehen und dem dortigen Mutterkonvent angehören. Aufgrund des Wegzugs wird der Konvent auf dem Schönfelderhof aufgelöst und Bruder Hermann und Bruder Wendelin werden als Ordensbrüder auf dem Schönfelderhof leben.
Bruder Prankratius trat 1963 in die Ordensgemeinschaft der Barmherzigen Brüder von Maria Hilf ein und war viele Jahre als ausgebildeter Krankenpfleger, u.a. in der Röntgenabteilung, im Mutterkonvent tätig. Nach 30 Jahren in Trier zog es ihn zu den Barmherzigen Brüdern nach Rilchingen wo er auch als Heimleiter tätig war. Seit 2009 lebte er auf dem Schönfelderhof und war dort u.a. für das interne Kiosk zuständig und Ansprechpartner für viele Klient*innen und Mitarbeiter*innen. Bruder Vitalis legte 1958 seine ewige Profess ab und erlernte in Brasilien den Beruf des Krankenpflegers. Er war maßgeblich am Aufbau eines Krankenhauses in Maringá beteiligt und Brasilien wurde seine zweite Heimat. Er kehrte immer wieder für längere Episoden nach Brasilien zurück, auch in der Zeit, als das Kloster der Brüder in Maringá erbaut wurde. Saffig, Schönfelderhof, Rom, Koblenz - viel Stationen in denen er stets hoffnungsvoll und engagiert an Projekten mitwirkte. 2011 wechselte er auf den Schönfelderhof und zeigte sich stets positiv gestimmt mit Weitblick und einem offenen Ohr.
Ein abwechslungsreiches kulinarisches Angebot der Küche und ein kirmesähnliches Ambiente mit verschiedenen Ständen wie Fotobox, Dosen- und Pfeilwerfen oder Torwandschießen boten viel Abwechslung für Klient*innen und Mitarbeiter*innen. Auftritte von „Belcantos“ -Klientenchor Wohndorf-, „Stil got the Blues“ -Apollonia Ikonomou & Bernd Willems- sowie die Gruppe des Musikprojektes der St. Bernhards-Werkstätten sorgten für eine ausgelassene und fröhliche Stimmung. Auch der Bewohnerbeirat und der Werkstattrat der St. Bernhards- Werkstätten präsentierten sich im Rahmen eines Infostandes um über ihre Aufgaben und Schwerpunkte aufzuklären. Zuckerwatte, Popcorn und Slush Eis waren an diesem Stand eine süße Ergänzung.
Die Klient*innen und Mitarbeiter*innen bedankten sich mehrmals für das tolle Angebot, hatten sie solche Zusammenkünfte doch sehr vermisst. Alles in allem also ein gelungenes Brunnenfest mit viel Abwechslung und tollen Begegnungen.



