06.12.2022
Adveniat-Aktion eröffnet
Eine weite Reise
ZEMMER. In diesem Jahr lautet das Motto „Gesundsein fördern“ der bundesweiten Weihnachtsaktion des Lateinamerika-Hilfswerks Adveniat. Nach der Eröffnung der Aktion im Trierer Dom besuchte Dr. Rosmery Gross aus Bolivien die Barmherzige Brüder Schönfelderhof.
Der
Hausobere Werner Schmitz begrüßte Dr. Gross, die bei der Aktion im Bistum Trier
vom 19. November bis zum 4. Dezember mitwirkte. Er informierte sie über die Barmherzigen Brüder Schönfelderhof, seine Standorte, Angebote und
vieles mehr. Als Dolmetscherin fungierte Katherina Nilles, Referentin
des Bolivienreferats in der Diözesanstelle Weltkirche des Bistums Trier.
In einer tropischen
Ebene östlich der Anden
Rosmery Gross ist 42
Jahre alt und stammt aus der bolivianischen Metropole Santa Cruz, wo sie auch
heute noch lebt. Sie ist Internistin (Fachärztin für Innere Medizin) im
Krankenhaus San Juan de Dios. Seit 2008 leitet sie dort außerdem die Abteilung
für Epidemiologie.
In ihrer Freizeit
engagierte sich Dr. Gross schon immer bei verschiedenen kirchlichen Verbänden:
von der Jugendpastoral über die Teilnahme an Synoden bis hin zum Engagement in
kirchlichen Basisgemeinden vor Ort. Aktuell ist Dr. Gross
Pfarrgemeinderatsvorsitzende in ihrer Pfarrei Sagrada Familia in Santa Cruz.
„Krankenhaus des Volkes“
Das Krankenhaus San Juan
de Dios gilt als das älteste und gleichzeitig als das ärmste Krankenhaus der
Stadt, weshalb es von den Menschen vor Ort auch das „Krankenhaus des Volkes“
genannt wird. Dr. Gross arbeitet aus gutem Grund dort. Sie sagt: „Hier kann ich
für die Bedürftigsten da sein.“ Manche Behandlungsformen wären sonst für einige
Menschen kaum erreichbar: „Vor allem für Menschen mit Niereninsuffizienz ist
das Krankenhaus eine wichtige Anlaufstelle: bevor wir vor einigen Jahren einen
Dialyseraum eingerichtet haben, hatten sie kaum Zugang zu dieser Versorgung.“
Auch während der
Corona-Pandemie waren Dr. Gross und ihr Team für die Menschen da: „Nicht alle
konnten zu ihren Familien zurückkehren, aber wir wissen, dass wir alle unser
Möglichstes getan haben – als Ärztinnen und Ärzte, aber auch als Menschen.“
Bewusste Entscheidung
Gross arbeitet ganz
bewusst in einem kirchlichen Krankenhaus: „Das Engagement der Kirche im
Gesundheitsbereich ist extrem wichtig, damit die Medizin menschlich bleibt. Zu
oft vergessen wir in unserem Alltag, dass wir in Gottes Auftrag handeln sollen.
Uns das bewusst zu machen hilft uns dabei, dass wir jeden Menschen als
Individuum sehen und ihm gerecht werden können.“
Ein gemeinsamer Rundgang
durch das Wohndorf und die St. Bernhards-Werkstätten rundeten den Informations-Besuch
ab.


