22.02.2022

Das GPBZ Prüm ermöglicht Tim Baur eine Teilhabe am Leben

Anspruchsvolle und herausfordernde Jahre!

Anspruchsvolle und herausfordernde Jahre!

PRÜM / SCHÜLLER. Für Tim Baur, einem jungen Mann, 28 Jahre alt, ist es nun soweit: Am 1. Dezember 2021 verlässt er sein Apartment im Gemeindepsychiatrischen Betreuungszentrum (GPBZ) Prüm und wohnt von nun an in seiner eigenen Wohnung in Schüller, einer Ortsgemeinde im Vulkaneifelkreis mit über 300 Einwohnern.


Innerhalb der Förderschule wechselte Baur aus dem Bereich der Menschen mit einer geistigen Behinderung, in den Bereich der Menschen mit einer Lernbehinderung und schloss diese erfolgreich ab.
Nach bestandenem Förderschulabschluss begann er eine Ausbildung in der Landwirtschaft, die er aber wegen seiner psychischen Problematik abbrechen musste. Er entwickelte eine Soziale Phobie, die einen sozialen Rückzug, Unsicherheiten und viele Ängste mit sich brachte.


Auch eine Maßnahme der Agentur für Arbeit auf dem Birkenhof im Hunsrück brach er ab und wechselte mit Hilfe seiner gesetzlichen Betreuerin in das GPBZ Prüm.

Fast sieben Jahre vergehen!
Im Januar 2016 verändert sich für Baur sein bisheriges Leben. Es werden fast sieben Jahre vergehen die es in sich hatten und die ihn forderten -aber auch immer wieder positiv motivierten- seinen Weg weiter zugehen:

Mitte Januar 2016 erfolgte sein Einzug ins GPBZ Prüm. Hier nutzt Baur von Anfang an die Angebote der Tagesstätte und absolviert mehrere Kurzzeit-Praktika.

Anschließend begleitet und unterstützt ihn Lena Niederprüm in ihrem Abschlussprojekt der Heilerziehungspflege-Ausbildung, damit er die theoretische Führerscheinprüfung erfolgreich abschließen konnte. Unterstützend erlangt Baur in dieser Zeit durch ein kognitives Training die notwendige Sicherheit und Stabilität, um die Führerscheinprüfung Klasse B zu bestehen.

Im Jahre 2017 beginnt er ein Jahrespraktikum im Alten- und Pflegeheim in Prüm. Die Arbeit dort begeistert ihn so, dass sich sein Berufswunsch verfestigt und er sich nichts anderes mehr vorstellen kann. Bis 2018 bereitet er sich zusätzlich intensiv auf seinen Hauptschulabschluss vor. Unterstützung erfährt er dabei von der Heilerziehungspflege-Auszubildenden Laura D`avolio.

Bis zum Erwerb des Hautschulabschlusses bei der Dekra in Gerolstein begleiten ihn dann
sein langjähriger Bezugsbetreuer Erwin Krämer vom GPBZ Prüm und die Lehrerin Ursula Rogers, die ihn auch heute noch ehrenamtlich unterstützt und ihn weiterhin fördert.

In den nächsten beiden Jahren folgen ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) im Senioren- und Pflegezentrum Maternus-Stift in Gerolstein, welches durch Elena Braun, Heilerziehungspflege-Auszubildende und Mitarbeiterin des GPBZ Prüm begleitet wurde.

Anschließend startet die erfolgreiche Ausbildung zum Altenpflegehelfer, an der Fachschule für Altenpflege Maria Hilf in Daun, sowie im Maternus-Sift. Durch die Ausbildungszeit begleitet ihn Mareike Becker, ebenfalls Heilerziehungspflege-Auszubildende vom Schönfelderhof.

Im Dezember 2022 ist es dann soweit, nach fast sieben Jahren, zieht Baur in seine eigene Wohnung in Schüller.

Ein besonderer Dank geht an Alle die Tim Baur in diesen für ihn anspruchsvollen und herausfordernden Jahren unterstützt, begleitet und gefördert haben, sowie dem Sozialamt des Vulkaneifelkreises und der Bundesagentur für Arbeit, durch die finanzielle Unterstützung.

Die Zukunft im Blick!
Heute arbeitet Baur als Vollzeitkraft im Maternus-Stift in Gerolstein. Einen Teil seiner Freizeit verbringt er in seiner Wohnung am PC, außerdem interessiert er sich irgendwann ein eigenes Haus zu kaufen oder vielleicht sogar das Elternhaus zu übernehmen.
Außerdem kümmert er sich verantwortungsbewusst und liebevoll um das Grab seines Vaters.
„Ich danke allen die mir geholfen haben, sie haben für immer einen festen Platz in meinem
Herzen“, sagt Tim Baur und ergänzt, ich benötige zwar noch immer eine Begleitung durch
meinen Bezugsbetreuer, aber auch diese Unterstützung wird sicherlich irgendwann enden.

Baur hat nun seinen Weg gefunden, aber an seinem Ziel ist er noch lange nicht
angekommen.