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12.01.2021

Druck und Angst vor einer Erkrankung

Ein Leben mit Corona

ZEMMER. Seit dem 13. März letzten Jahres trifft sich der Corona-Krisenstab zweimal wöchentlich, zur Besprechung und Bewertung der aktuellen Situation, um seine Klienten und Mitarbeiter bestmöglich zu schützen, sich einer veränderten Pandemiesituation anzupassen und ggfs. die neuste Corona-Bekämpfungsverordnung von Rheinland-Pfalz umzusetzen.

Nachdem die Weltgesundheitsorganisation (WHO) die Pandemie ausgerufen hat, frage ich mich: „Was kommt da auf uns zu? Werden unser Gesundheitswesen und der Schönfelderhof die Herausforderungen meistern? Wie lange brauchen wir bis ein Impfstoff zur Verfügung steht?“

Eine trügerische Sicherheit                                                                                                            Ende März liegt der Pandemieplan SARS-CoV-2 vor, der für alle Standorte der Barmherzigen Brüder Schönfelderhof gilt. Er wurde auf Basis der jeweils gültigen Vorgaben und Empfehlungen erstellt. Er gilt in Verbindung mit den für den Schönfelderhof gültigen Hygienedokumenten. Die jeweils geltenden Empfehlungen des Robert Koch Instituts für die Hygienemaßnahmen und die Infektionskontrolle bei Klienten mit bestätigter Infektion durch SARS-CoV-2 sind berücksichtigt.

In meiner Erinnerung bringt der Sommer letzten Jahres eine Entspannung. Kontakte, zwar mit Maske, sind wieder möglich. Der erste Lockdown ist überstanden. Ich sitze im Café mit einer Freundin, kann dabei meine Maske ablegen und mich mit ihr in ein Gespräch vertiefen. Ein Gefühl von Sicherheit macht sich dabei breit. Obwohl der ein oder andere Virologe da schon vor einer noch kommenden zweite Welle warnt, ist es für mich eine trügerische Zeit die mir eigentlich vermittelt, dass das schlimmste überstanden ist.

Ab August steigen die Infektionszahlen wieder deutlich an.

Seit Ende Oktober 2020 besteht das Angebot für Mitarbeiter im Bedarfsfall einen Antigen-Schnelltest durchzuführen.

Im November wird der „Wellenbrecher- oder auch Teil-Lockdown genannt“ wegen steigender Infektionszahlen mit hohen Sterbezahlen angeordnet. Mitte Dezember wird daraus dann ein Lockdown, mit noch strengeren und einschneidenden Kontaktbeschränkungen im privaten Bereich.

Regelmäßiges Test-Angebot                                                                                                            Anfang Dezember: Ob Montag, Dienstag, Mittwoch, Donnerstag oder Freitag, an jedem Tag der Woche können sich Mitarbeiter, Klienten und Werkstatt-Mitarbeiter einmal wöchentlich und bei Bedarf testen lassen. Verwendet wird dazu ein Antigen-Schnelltest. Mit dem Point-of-Care (PoC)-Test ist eine Testung auf SARS-CoV2 möglich. Das Testergebnis liegt in weniger als 30 Minuten vor.

Ich stehe, mit Maske und dem gebotenen Abstand zu den anderen Mitarbeitern, auf der Treppe die hinauf führt zum Testraum. Der Konferenzraum-Verwaltung wurde dafür umfunktioniert. Bei mir macht sich ein leichtes Kribbeln im meinem Bauch breit. Man könnte auch sagen, eine Anspannung. Ich frage mich: „Geht das wieder gut? Hoffentlich bin ich negativ? Wenn nicht, was bedeutet das für die Klienten, meine Arbeitskollegen, meine Familie und für mich?“ Und bis ich an die Reihe komme denke ich darüber nach, habe ich alles getan, was zu tun ist. Der Nächste, Bitte! Ich bin dran! Ich bin nun fast gelassen und betrete den Raum. Das Test-Team bereitet sehr konzentriert alles vor, ich ziehe meine Maske ab und nach einer kurzen Zeit ist es geschafft, das Teststäbchen ist in meiner Nase und eine Träne läuft an meiner linken Wange herunter. Maske wieder an und jetzt muss ich warten. Da ich nicht mehr telefonisch informiert werde bedeutet das für mich: Der Test ist negativ. Ich bin ehrleichtert; bis zur nächsten Woche, dann folgt der nächste Gang die Treppe hinauf.

Die Testung führt ein geschultes Test-Team, bestehend aus einem Tester und einer Test-Assistentin durch. Neun Mitarbeiter des Wohndorf und je ein bis zwei Mitarbeiter in den dezentralen Standorten wurden durch die Laborleiterin und den Hygieniker des Brüderkrankenhauses Trier geschult.

Mit Stand 11. Januar 2021 wurden 468 Tests durchgeführt, wobei es keinen positiven Befund gab.

Bei einem positiven Befund wird das Ergebnis sofort an das Direktorium gemeldet, der Mitarbeiter wird direkt in die Quarantäne versetzt, das Direktorium gibt die Information an das Gesundheitsamt-Trier weiter und meldet das Ergebnis an das Landesamt für Soziales in Rheinland-Pfalz. Alle weiteren Maßnahmen werden dann mit dem Gesundheitsamt besprochen.

Ein wichtiger Schritt                                                                                                                               Um dem Druck und der Angst vor einer Erkrankung zu entkommen läuft für alle Klienten in den besonderen Wohnformen, in den St. Bernhards-Werkstätten und rund 290 Mitarbeitern aktuell eine Abfrage ob man damit einverstanden ist, dass entsprechende Maßnahmen zur Teilnahme an einer Impfung auf dem Schönfelderhof vorbereitet werden können.                                                                                                                                                                                                                          Solange nicht alle geimpft sind wird das Angebot einer Testung bestehen bleiben.

Auch ich (P. Mossem) werde mich impfen lassen.

Bleiben Sie gesund! 

 Timo Krämer (links)  führt die PoC-Testung durch.

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