30.09.2021
Theatergruppe des Schönfelderhofs plant Programm
Alles andere als Tohuwabohu
Kultur und Freizeitaktivitäten haben unter Corona besonders gelitten. Auch die inklusive Theatergruppe Tohuwabohu vom Schönfelderhof konnte ihr Stück nicht wie geplant 2020 auf die Bühne bringen. Die Truppe ließ sich nicht entmutigen, probte weiter per Video und plant nun mehrere Aufführungen im kleineren Rahmen für den Herbst / Winter.
Vor Corona: SOUL LALA probt in
großer Runde mit jungen Menschen vom Schönfelderhof und aus Schweich.
Zusammen mit Regisseur Florian Burg arbeiten der
Schönfelderhof und das Jugendbüro Schweich bereits seit 2018 an dem inklusiven
Theaterprojekt. Die Idee dahinter: Psychisch Erkrankte mit anderen Menschen
zusammenzubringen – außerhalb der Einrichtung und der täglichen Arbeit. „Wir
wollen mit unserem inklusiven Projekt so Barrieren abbauen und gleichzeitig auf
psychische Erkrankungen aufmerksam machen“, erklärt Sozialraummanagerin Judith
Mark vom Schönfelderhof. Das Theaterprojekt ist Teil des Projektes „SOUL LALA –
Von der Seele reden“, das vom Dachverband Gemeindepsychiatrie initiiert und von
der Aktion Mensch Stiftung unterstützt wird.
Schauspielern
gegen den Corona-Frust
Doch Corona brachte die Pläne durcheinander. Aus der
Aufführung zum großen Jubiläumsfest 2020 wurde nichts. Die Schauspieler*innen
trafen sich dennoch weiter zur wöchentlichen Videoprobe. „Es war anfangs mit
der Technik nicht so einfach, aber wir haben eine Plattform gefunden, mit der
alle gut zurecht kamen und uns Woche für Woche weiter online getroffen“,
erzählt Judith Mark. Nach einigen Proben hatte die Theatertruppe auch hier zu
ihrer Form gefunden. An ihrem Stück hätten sie nicht weiterproben können,
berichtet die Sozialraummanagerin, „aber wir haben aus der Tagesform heraus,
den Gefühlen, die jeden beschäftigten, und viel mit Gedichten gearbeitet.“
Spiel auf
der digitalen Bühne
Und die Erfahrung zeigt: Auch online ist einiges
möglich. So betreten die Schauspieler die digitale Bühne, indem sie ins Bild
kommen und wieder rausgehen – ganz ähnlich wie auf einer realen Spielfläche.
Mit Gestik, Mimik und der Stimme drücken sie sich auch vor dem Bildschirm aus.
„Sogar Interaktion zwischen den einzelnen Akteuren war so möglich“, sagt Judith
Mark und ergänzt: „Es ist toll zu beobachten, welche Entwicklung die Klienten
seit Anfang der gemeinsamen Proben gemacht haben. Sie können inzwischen zum
Beispiel von einem auf den anderen Moment switchen und etwas traurig oder
völlig wütend vortragen.“
Weitere
Schauspieler gesucht
Nach dem Lockdown ist das Proben
wieder in Präsenz möglich.
Die Schauspieler*innen, die zu den Klienten des
Schönfelderhofes gehören, dort in den St. Bernhards- Werkstätten arbeiten oder
in gemeindepsychiatrischer Betreuung leben, sind alle immer noch dabei. Von den
jungen Leuten aus Schweich und Umgebung haben durch Schulende und Ausbildungsbeginn
leider einige das Theaterprojekt verlassen müssen. „Hier suchen wir wieder
Interessierte, die bei Tohuwabohu mitmachen möchten“, berichtet Judith Mark.
Aber nun plant die Theatertruppe erstmal die ersten
Corona-konformen Aufführungen im kleineren Kreis, denn viele sind schon sehr
gespannt, was die Schauspieler auf die Bühne bringen werden. „Wir denken an ein
kleines Potpourri aus unserem Repertoire, da ist schon einiges Schönes
zusammengekommen“, verrät Judith Mark. Und auch nach dem offiziellen Ende des
Projektes will die Theatergruppe weiter proben – Tohuwabohu inklusive!


