13.02.2020
Bundeskunstpreis für Menschen mit Behinderung

Seit 1978 wird der Bundeskunstpreis für Menschen mit Behinderung von der Stadt Radolfzell vergeben. Diese Auszeichnung für Menschen mit Behinderung ist bundesweit einzigartig und ein wichtiges Zeichen kultureller Teilhabe in unserer Gesellschaft.
Über 6.500 Werke von Künstlerinnen und Künstlern mit Behinderung konnten dadurch in den vergangenen 40 Jahren der Öffentlichkeit präsentiert und vermittelt werden.
Heute möchten wir Ihnen zwei Künstler vorstellen, deren Bilder für den Bundeskunstpreis in Radolfzell eingereicht wurden:
Titel: Zwei Meter Abstand Künstler: Bernhard Hagen Technik: Pastellkreide auf Leinwand Bildgröße: 80 x 100 cm Herstellungsjahr: 2019. Wer dieses Bild betrachtet, muss auf jeden Fall den Titel vorher lesen. Und erst in zwei Meter Abstand bekommt die Betrachtung einen ersten Gesamteindruck. Aber schon kommen neue Fragen auf: Wer schaut wohin? Wer hält wem die Hand? Und die Krone des Baumes ziert ein umgedrehter, roter Damenschuh mit einem kleinen Vogel, der den Weg der Katze aus sicherer Entfernung mitverfolgt. Alles hat seinen Platz und doch ist diese Welt anders geordnet. Und alles darf so sein. Die Welt zeigt sich in diesem Bild mal in einer anderen Ordnung, die zum Staunen und Nachdenken anregen kann. Und das alles aus zwei Meter Abstand.
Titel:
wish stone Künstler:Ralph Folscheid Technik:
Ölkreiden Bildgröße:
62 x 100 cm Herstellungsjahr:
2020. Dieses
Bild zeigt auf den ersten Bick eine Zweiteilung. Eine dunkle Seite und eine
helle Seite, so der Künstler im Gespräch. In diesem Dunkel ist viel Licht, und
im Hellen sind auch stellenweise dunkele Stellen entstanden. Im Dunkeln einen
Weg ohne Licht zu finden ist fast nicht unmöglich. Dafür im Hellen seinen Rückzugsort zu haben ist ein
kleines Paradies.
Wer
ist nicht gern im Paradies. Viel Vergnügen.
Wir drücken den beiden Künstlern die Daumen.




