03.09.2019
„Perspektiven aufzeigen und Zukunft gestalten“

BITBURG. In der Erdorfer Straße feiert das regionale Betreuungszentrum (RBZ) Bitburg seine Einweihung. Viele Gäste sind gekommen um daran teilzunehmen. Das RBZ ist eine Einrichtung der Barmherzigen Brüder Schönfelderhof für Menschen mit psychiatrischen Erkrankungen und einem erhöhtem Betreuungs- und Unterstützungsbedarf.
Nachdem Bernd
Willems die Gäste zu Beginn mit seinen Gitarrenklängen verzaubert, begrüßt Werner
Schmitz -Hausoberer- die zahlreichen Gäste mit den Worten: "Die Zukunft
gestalten", ein Gedanke, für dass das RBZ steht."
Auch die Leiterin des RBZ, Franziska Müngersdorff geht noch einmal auf die Wichtigkeit des Regionalen Betreuungszentrums ein und betont dabei, wie entscheidend eine gut funktionierende Beziehungsarbeit und der Aufbau von Perspektiven für die Zukunft ist.
Das Wohn- und
Betreuungsangebot des RBZ Bitburg umfasst 16 Plätze und ist eine vollstationäre
Einrichtung. Das RBZ ist Anfang März gestartet. Zurzeit werden hier 15 Klienten im Alter von 18 bis 68 Jahren in einer Wohngruppe rund um die Uhr betreut.
Im RBZ wohnen
Menschen, die vor dem Hintergrund einer chronischen Erkrankung
Unterstützungsbedarf in einem betreuten Umfeld haben. In dem geschützten Umfeld
des RBZ werden Sie durch verschiedene Betreuungsangebote auf die
Wiedereingliederung in den Alltag vorbereitet.
Sie lebten
zuvor überwiegend in anderen (klinischen) Einrichtungen in anderen Regionen und
können im RBZ nun heimatnah versorgt werden. Das RBZ will gemeinsam mit den
Klienten eine Perspektive entwickeln, sowohl im Kontext Wohnen als auch
Beschäftigung. Die Aufnahme ist deshalb konzeptionell zeitlich befristet
angelegt. Die Aufnahme erfolgt im Kontext des regionalen Versorgungsauftrages
der Barmherzigen Brüder Schönfelderhof.
Dr. med.
Oliver Hamm - Chefarzt Abteilung Allgemeine Psychiatrie am Klinikum Mutterhaus
der Borromäerinnen - betont in seinem Statement zum "RBZ aus regionaler Sicht",
an dieser Stelle zu stehen und ein Grußwort sprechen zu dürfen verdanke ich der
Einladung von Wolfgang Michaely, aber aller Wahrscheinlichkeit nach auch dem
Umstand über die letzten Jahre ein vehementer Befürworter einer eben solchen
Wohn-, Betreuungs- und Behandlungsstruktur gewesen zu sein, deren Einweihung
wir heute feiern.
Multiprofessionelle Betreuung Zum
multiprofessionellen Betreuungsteam von derzeit 22 Mitarbeitern, das im Früh-, Spät- oder
Nachtdienst arbeitet, gehören Fachkräfte
aus den Bereichen Sozialarbeit/Sozialpädagogik, Psychologie, Ergotherapie,
Arbeitstherapie, Psychiatrische Fachpflege, Heilerziehungspflege und
Hauswirtschaft. Im Haus befinden sich zwei Etagen mit je einer Wohngruppe. Im vorderen Bereich
jeder Etage befinden sich die Gemeinschaftsräume sowie die
tagesstrukturierenden Bereiche mit entsprechenden Therapieräumen. Im hinteren
Bereich sind die Wohngruppen mit jeweils acht Bewohnerzimmern angesiedelt. Der
Funktionsbereich auf jeder Etage verfügt über eine große Küche mit
entsprechendem Essbereich und einem angrenzenden Wohnzimmer. Das Gebäude
verfügt über einen Terrassenbereich und Grünflächen.
Es gibt
verschiedene tagesstrukturierende Angebote, die den Klienten helfen sollen,
sich wieder auf ein selbständiges Leben vorzubereiten. Dazu gehören
verschiedene therapeutische Angebote,
ergo- oder arbeitstherapeutische Angebote, aber auch Sport- oder
Freizeitangebote sowie regelmäßige hauswirtschaftliche Trainingsangebote, wie
zum Beispiel Kochen und Wäschepflege bis hin zum gemeinsamen Einkaufen. Zu den
tagesstrukturierenden Angeboten gehören auch Angebote außerhalb der
Einrichtung, wie zum Beispiel gemeinsames Einkaufen oder die gemeinsame Nutzung der
örtlichen Freizeitangebote.
Im RBZ sind rund um die Uhr Ansprechpartner für die Klienten anwesend, auch nachts und am Wochenende. Es geht um die Wiedereingliederung der Menschen in den Alltag in einem geschützten Raum, mit gemeinsam abgestimmten Ausgangsregelungen.
Gesellschaftliche Teilhabe ermöglichen "Es geht unzweifelhaft darum, Schutz zu bieten, Leitplanken zu installieren, eine Vertrauensebene herzustellen, Zwang zu vermeiden, aber Verbindlichkeiten zu schaffen. Vielleicht zwingen wir unsere Patienten zu ihrem Glück? Vielleicht gelingt uns/Ihnen aber auch Ressourcen offen zulegen, ein Problembewusstsein zu erzeugen, Ihnen Kompetenzen zu vermitteln, Methoden der Selbstkontrolle und des Selbstmanagements an die Hand zu geben, Perspektiven zu schaffen, wenn Sie so wollen, das Leben der ihnen anvertrauten Bewohner in geordnete Bahnen zu lenken und gesellschaftliche Teilhabe zu ermöglichen", führt Dr. med. Hamm, weiter aus und ergänzt: "Den Verantwortlichen der Barmherzigen Brüder Schönfelder Hof ist abschließend zu gratulieren für die vorbildhafte, weitsichtige und realitätskonforme Umsetzung dieser Form einer gemeindenahen psychiatrischen Versorgung. Diese ist mit aller Sorgfalt und unter Zuhilfenahme externer fachlicher Beratungsstrukturen und politscher Einsicht erfolgt, welche explizit hervorzuheben ist. Die Akzeptanz in den entsprechenden innerstädtischen Institutionen und Strukturen gerade an dieser Stelle dieses Wohnprojekt umsetzen zu können spricht für sich und ist ausdrücklich zu begrüßen."








