09.10.2018
Mitten im Leben

SCHWEICH. Das Gemeindepsychiatrische Betreuungszentrum (GPBZ) Schweich - eine Einrichtung der Barmherzigen Brüder Schönfelderhof - ist seit zehn Jahren ein fester Bestandteil des Stadtbildes.
Ministerin Malu Dreyer betonte in ihrer Rede zur Eröffnung des GPBZ`s, dass das Zentrum zwei Zielen im Rahmen der Psychiatriereform Rechnung trage: Hilfe müsse dorthin, wo Menschen lebten und sie müsse Menschen befähigen, in der Gesellschaft zu leben.
Heute kann man sagen, beide Ziele werden tagtäglich gelebt: Die Mitarbeiter des GPBZ unterstützen seit zehn Jahren Menschen mit einer psychischen Erkrankung und bieten ambulante, teilstationäre oder vollstationäre Hilfen an. Zusätzlich werden weitere offene Beratungshilfen oder auch Kontakt- und Freizeitangebote genutzt.
Seit Jahren organisieren die Mitarbeiter in Kooperation mit dem Dekanat Welschbillig, der Fachstelle für Erwachsenenbildung Trier und der Volkshochschule Schweich in der Synagoge eine Veranstaltungsreihe. Info`s zu fachspezifischen Themen", wie zum Beispiel "Depression-Krankheit der vielen Gesichter" oder "Kinder mit psychisch kranken Eltern", finden auch bei vielen Mitbürgern aus Schweich großes Interesse. Klienten und Mitarbeiter beteiligen sich aktiv mit selbst hergestellten Produkten aus der Tagesstätte in der Stadtwoche am Schweicher Markt sowie an Handwerker-Märkten und Weihnachtsbasaren.
"Mittendrin statt nur dabei" "Die Stadt Schweich und ihre gesamte Infrastruktur ist im vergangen Jahrzehnt sehr gewachsen, hat sich vielfältig weiterentwickelt und ist ein attraktiver Lebens- und Wohnort. Wir sind stolz in dieser Zeit unsere gemeindenahen psychiatrischen Hilfestrukturen im Sozialraum Schweich etabliert und entsprechend den Hilfebedarfen der Menschen sukzessive weiter entwickelt zu haben. Am Standort Schweich können unsere Klienten aktiv und selbstbestimmt am gesellschaftlichen Leben teilhaben und sind gut integriert, getreu dem Motto "Mittendrin statt nur dabei", sagt Johannes Rohr, Leiter des GPBZ`s, der von Anfang an dabei ist.
"Es war Zeit für eine Veränderung" Franz Mayer (Name geändert) beginnt vor fast acht Jahren mit einer ambulanten Betreuung. Seine Bezugsbetreuerin besuchte ihn regelmäßig in seinem Elternhaus. "In dieser Zeit fand ein Lösungsprozess in Abstimmung mit mir und meinen Eltern statt, mit dem Ziel eine Veränderung meiner Wohnsituation und Tagesgestaltung zu entwickeln. Ab diesem Zeitpunkt ging ich auch in die Tagesstätte nach Schweich", betont Mayer.
Im November 2013 erfolgte mein Einzug in ein Appartement im GPBZ Schweich. "Ich erhielt in der Verrichtung der lebenspraktischen Tätigkeiten sowie für meine Gesundheitssituation eine individuelle Unterstützung und Begleitung, um in meiner neuen Wohnsituation zu recht zu kommen.
Im April 2018 zog Mayer in ein Appartement in Schweich. "Zur Stabilisierung meiner Lebens- und Wohnsituation ist es aber wichtig, dass mich die Mitarbeiter des GPBZ's im ambulanten Bereich und in der Tagesstätte weiterhin unterstützen".
Während Mayer so von seiner Lebensgeschichte erzählt, wird für jeden spürbar, dass er zufrieden ist. Zufrieden auf sich und seine positive Entwicklung.


