08.11.2016
Wenn Angst das Leben bestimmt!

PRÜM. Das Gemeindepsychiatrische Betreuungszentrum (GPBZ) Prüm und der Sozialdienst katholischer Frauen und Männer Prüm e.V. veranstalten seit Jahren in Kooperation mit der Volkshochschule Prüm Vortragsabende und Filmvorführungen zum Thema psychische Erkrankungen. Aktuell: Angststörungen.
"Jeden kann es treffen" "Angst ist eigentlich etwas ganz Normales und tatsächlich auch Gutes. Sie hilft uns, im Alltag zu überleben", sagt Michael Lammertink, Chefarzt der Abteilung für Psychiatrie und Psychotherapie im Verbundkrankenhaus Wittlich. Doch was tun, wenn das gesunde Maß überschritten wird, wenn Angst so dominant ist, dass sie das Leben übernimmt, fragt er und nimmt im Konvikt knapp 90 Gäste mit auf eine Reise durch die Psychologie - ein spannender, aber durchaus auch selber angsteinflößender Ausflug.
"Das Problem mit den Angststörungen ist, dass sie zum einen sehr weit verbreitet sind, zum anderen häufig überraschend kommen, betont Lammertink. Im Grunde könne jeder Gast im Saal früher oder später eine leichte aber eben leider in anderen Fällen auch eine schwere Angststörung entwickeln. "Wir gehen davon aus, dass zehn bis 15 Prozent der Bevölkerung unter einer Form von Angststörungen leidet", sagt er.
"Angst vor der Angst" Erschreckende Zahlen, heißt das doch, dass im Altkreis Prüm aktuell vier- bis sechstausend Eifeler betroffen sind. "Wie sehr die Störung das Leben einschränkt, hängt von ihrer Art ab, doch ungünstigerweise werden sie oft mit der Zeit schlimmer - im schlimmsten Fall bis hin zu einer Angst vor der Angst". Patienten drohe ein Kreislauf von Panikattacken, die als lebensbedrohlich empfunden werden.
"Sie empfinden körperliche Symptome und spüren Todesangst. Nur landen sie damit in der Regel zuerst in der Notaufnahme und nicht bei uns Psychiatern", sagt Lammertink. "Bis sie als Arzt erst Mal darauf kommen, womit sie es zu tun haben, dauert es eine Weile", erläutert er und schon folge das nächste Problem. "Es ist wirklich nicht einfach auf dem Lande einen Psychiater zu finden, dennoch sollte man es versuchen", sagt er. Hilfe dabei böten unter anderem die Veranstalter.
Großes Interesse Die wiederum zeigten sich sehr zufrieden mit ihrem Auftaktabend. "Der Fachvortrag wird sehr gut angenommen. Die Besucherzahl ist mal wieder toll", sagt der GPBZ-Leiter Erwin Krämer. "Man merkt, dass diese Art von Fachvorträgen auch nach acht Jahren, in denen wir jährlich zu solch einer Runde einladen, noch interessiert", sagt der Leiter des Sozialdienstes katholischer Frauen und Männer Prüm e.V., Reinhold Seiwert.
Auszüge aus einem Artikel vom 28.10.2016 im Trierischer Volksfreund, Autor Herr Aufenberg.








