03.05.2016

Mo heißt Zukunft

Mo heißt Zukunft

ZEMMER. Franz und Mo, zwei Namen die für mich für besondere Fußballer stehen.

Franz trägt den Künstlernamen Kaiser, mit bürgerlichem Namen heißt er Beckenbauer. Er steht für mich für das Vergangene.
Mo steht für Mahmoud Dahoud. Er ist für mich  die Zukunft.

Mahmoud ist ein gerade 20jähriger Fußballprofi, dem Fachleute eine große Zukunft vorhersagen. Im Sohn syrischer Flüchtlinge sehen sie das Gesicht einer neue Fußballergeneration.

Mo, so sein Kosename, ist noch kein Jahr alt, als seine Eltern damals 1997 mit ihm nach Deutschland kommen. Später mit 14 Jahren wechselte er als jugendlicher Fußballspieler zu Borussia Mönchengladbach. Seither geht es in der Karriere von Mo steil bergauf. Im August 2014 gibt er sein Debüt bei den Profis. Zwei Jahre später wird er mit 19 Jahren zum Stammspieler des Fußballbundesligisten. Vor drei Wochen hat er nun sein erstes Spiel in der deutschen Fußballnationalmannschaft für Spieler bis 21 Jahre gemacht. Der eher schmächtige Mo besticht durch fußballerische Eleganz, Spielverständnis und Durchsetzungskraft. Sein Aufstieg zum A-Nationalspieler scheint nur noch eine Frage der Zeit. Sollte es so kommen, dann wird der zurückhaltend auftretende junge Mann der erste Sohn syrischer Flüchtlinge, der es in die deutsche Fußballnationalmannschaft geschafft hat. Dass er dabei nicht der einzige bleiben wird, steht zu erwarten, angesichts der vielen Menschen, die vor dem Bürgerkrieg in Syrien nach Deutschland geflüchtet sind.

In den vergangenen Jahren waren es zunächst Kinder von polnischen Aussiedlern, die in der deutschen Nationalmannschaft eine wichtige Rolle spielten. Lukas Podolski und Miroslav Klose sind hier die bekanntesten Beispiele. Mit Mesut Özil, Ilkay Gündogan und Emre Can gehören aktuell drei Spieler zum Kader von Bundestrainer Joachim Löw, deren Eltern aus der Türkei nach Deutschland übersiedelten. Mit großer Wahrscheinlichkeit werden in Zukunft Kinder syrischer Eltern im schwarz-weißen Dress für Furore sorgen. 

Ist dass nicht eine gute Nachricht: Deutschland gibt Flüchtlingen Zukunft und gewinnt damit für seine eigene Zukunft.

Flüchtlinge gestalten die Zukunft mit,
nicht nur beim Fußball.