Konzeptionelle Grundsätze
"Ich habe eine Geschichte, habe Erfahrungen und Ressourcen, die es zu entdecken gilt!"
Personenorientierung
Unsere psychiatrischen Betreuungsangebote befähigen und unterstützen die Klienten des Schönfelderhofes, in ihrer selbst gewählten und gewohnten Umgebung zurechtzukommen. Dabei steht die personenbezogene Betreuung und Begleitung im Vordergrund.
Nach dem Prinzip der abnehmenden Betreuungsintensität bei zunehmender Eigenverantwortung werden therapeutische und rehabilitative Hilfen in den einzelnen Lebensbereichen je nach Lage des Einzelnen flexibel und individuell angeboten.
Prozess der Teilhabeplanung
Die Teilhabeplanung beeinhaltet elementar das Leitbild
der Selbstbestimmung und Partipation am gesellschaftlichen Leben.
Hierbei wird der Mensch als zielorientiertes Wesen betrachtet, das seine
Bedeutung im gesellschaftlichen Austausch erfährt, jedoch selbst
verantwortlich für den Vollzug seines Leben ist.
Eng verwoben ist damit das Zutrauen, dass auch Menschen mit einer
Beeinträchtigung in der Lage sind, ihr Leben selbstverantwortlich zu
leben. Dabei sollte die Annahme, dass der Mensch grundsätzlich nach
sozialer Bedeutung für andere und sich selbst strebt Leitfaden einer
Grundsatzzielorientierung sein.
Teilhabeplanung ohne Einbezug des Menschen, um den es geht, ist nicht denkbar. Die betroffenen Menschen müssen als Experten in eigener Sache wertschätzend anerkannt sein. Eine Beteiligung der Betroffenen ist immer Voraussetzung und Bedingung einer qualitativ hochwertigen Hilfeplanung. Dabei kommt der professionellen Beziehungskunst der Mitarbeiter auf der Ebene des dialogischen Verhandelns eine große Bedeutung zu.
Die Teilhabeplanung ist bei uns im Schönfelderhof als ein zentraler Kernprozess der
Gemeindepsychiatrischen Angebote entsprechend
differenziert hinterlegt. Unter Berücksichtigung notwendiger
Beziehungskonstanz beim gemeinsamen Prozess der Teilhabeplanung kommt
neben der Bezugsbetreuung der Rolle des Casemanagers eine besondere
Bedeutung zu, da sie grundsätzlich intern angebotsübergreifend und
extern netzwerkorientiert angelegt ist.
Ressourcenorientierung
"Die Betroffenen werden allzu leicht auf ihre Erkrankung reduziert, ihr
subjektives Erleben, ihre Bewältigungsversuche und die Sinnhaftigkeit
ihres Verhaltens werden nicht als Ressourcen genutzt". Ressourcenorientierung bedeutet nicht immer
die vollständige Gesundung eines Menschen, es bedeutet allerdings, dass
die Menschen durchaus mit ihrer Erkrankung gut leben können.
Wir im Schönfelderhof erkennen und entwickeln gemeinsam mit den Klienten ihre eigenen Ressourcen. Wir unterstützen sie bei der Bewältigung des Alltags, bei der Tages- und Freizeitgestaltung und fördern ihre sozialen Kompetenzen, um Ihnen die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen.
Ambulant vor Stationär
Orientiert
an Ihren individuellen Bedürfnissen und Fähigkeiten entwickeln wir
gemeinsam mit Ihnen ihren persönlichen Unterstützungsbedarf. Leitgedanke
unseres Handelns ist dabei die Hinführung zu größtmöglicher Autonomie
und Selbstbestimmung.
Die Integration von psychisch beeinträchtigten Menschen in das Gemeinwesen ist ein wesentliches Ziel des Schönfelderhofes. Dabei soll das Leben so normal und selbstverständlich wie möglich ablaufen; wie es aufgrund der psychischen Beeinträchtigung machbar ist.
Verhandeln statt Behandeln
Der Leitsatz "Verhandeln statt Behandeln" steht bei uns im Schönfelderhof für ein gemeinsames Miteinander auf gleicher Augenhöhe, wobei die
Selbstverantwortung und die Selbstbefähigung der Klienten im
Mittelpunkt stehen.
Empowerment
Empowerment beschreibt mutmachende Prozesse der Selbstbemächtigung, in denen Menschen in Situationen des Mangels, der Benachteiligung oder der gesellschaftlichen Ausgrenzung beginnen, ihre Angelegenheiten selbst in die Hand zu nehmen, in denen sie sich ihrer Fähigkeiten bewusst werden, eigene Kräfte entwickeln und ihre individuellen und kollektiven Ressourcen zu einer selbstbestimmten Lebensführung nutzen lernen.
Wir im Schönfelderhof haben bereits 2007 ein eigenes Umsetzungskonzept zum
Thema Empowerment erarbeitet und bis Heute gibt es eine Vielzahl von
Beispielen (z.B. QM-Prozesse, Veranstaltungen, Bauprojekte etc.) wo sich
Klienten an wichtigen Entscheidungsprozessen beteiligt haben. Es geht
darum, demokratische Mitwirkungsmöglichkeiten zu schaffen.
Bis Heute haben sich verschiedenste Gruppen und Gremien gebildet:
- Bewohnerbeirat
- Werkstattrat
- Der Schönfelder (Hauszeitung)
- AG Empowerment & Coaching
- Projekt "Älter werdende Menschen"
- Freizeit-, Sport- und Kulturgruppen
- AG Rockband
- AG Schönfelder Laienhelfer Initiative
- Christliche Gesprächskreise.
Neben einer zentralen Empowerment- und Coachinggruppe, die sich regelmäßig trifft, ist an jedem Standort Gemeindepsychiatrischer Angebote ein Mitarbeiter als Empowermentbeauftragter und damit als steter Impulsgeber ausgwiesen.
Bürgerschaftliches Engagement
Ehrenamtliches Engagement ist ein wesentlicher Beitrag zur Förderung des Gemeinwohls unserer Gesellschaft. Unser Ziel ist es, die ehrenamtliche Tätigkeit auf Zukunft hin strategisch zu planen, innovativ auszurichten und zu fördern. Die ehrenamtlichen Mitarbeiter sind in unserer Dienstgemeinschaft integriert und von ihr anerkannt. Sie treffen sich in regelmäßigen Abständen zum Erfahrungsaustausch, der zusätzlich der Fortbildung dienen kann. Die Gespräche zwischen Haupt- und Ehrenamtlichen vertiefen fachliche Kenntnisse und fördern die vertauensvolle Zusammenarbeit.
Ehrenamtliches Engagement ergänzt die proffessionelle Betreuungsarbeit und fördert die Beziehung auf Augenhöhe zwischen Bürgern und den vom Schönfelderhof betreuten Menschen. Es hilft dabei, Vorurteile abzubauen und die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu fördern.
Unsere Einrichtungen sind so gestaltet, dass es den Klienten jederzeit und ihren Wünschen entsprechend möglich ist, mit Nachbarn, Vereinen, freien Gruppen, Netzwerken, Beratungsstellen, politischen Gremien, Kirchengemeinde, Selbsthilfegruppen und bürgerschaftlich engagierten Menschen Kontakt aufzunehmen und zu pflegen.

